Streunende Katzen aufnehmen?

Streunende Katzen aufnehmen - ja oder nein - das ist die Frage?

Zunächst sollten Sie natürlich alles daran setzen und versuchen, einen Besitzer ausfindig zu machen - Tierheime und Tierärzte informieren, Zettel aushängen, Nachbarn befragen.

Wenn es keinen Besitzer gibt, hilft der einfache Grundsatz bei der Entscheidung weiter: Wer eine besitzerlose streunende Katze füttert muss sie auch kastrieren lassen.

Aus der "armen kleinen Katze", die aus Mitleid gefüttert wird, ist im ersten Jahr schon eine "süsse kleine Familie" geworden und im Nu haben Sie eine vierzehnköpfige unüberschaubare Grossfamilie im Garten! Ich empfehle, eine kleine Nachbargemeinschaft zu bilden - meistens füttern ja mehrere - und die Kastrationskosten gemeinsam zu tragen ehe das Problem unüberschaubar wird.

Tierheime (und auch manche Tierärzte) können Ihnen in solchen Fällen oft mit Katzenfallen und Informationen aushelfen, um diese Katzen einzufangen, kastrieren und markieren zu lassen. Im übrigen können streunende Jungkatzen schon ab einem Alter von 8-12 Wochen kastriert werden - in diesem Alter sind sie zumeist wesentlich leichter einzufangen und sie verkraften die Operation ohne nachteilige Nebenwirkungen hervorragend.

Vereinzelt entwickeln sich verwilderte Streunerkatzen nach einigen Jahren und werden sogar richtig zutraulich und ziehen bei Ihnen ein - wenn Sie das wollen...

Aber - wenn Sie bereits eine oder mehrere Katzen haben, sollten Sie unbedingt noch mit Ihren eigenen Katzen abklären, ob die das auch wollen!

Schon das Anfüttern fremder Katzen im eigenen Garten, auf der Terrasse, an der Hintertür oder schlimmstenfalls sogar in der eigenen Küche kann Ihnen ein heftiges Harnmarkierproblem bescheren! Nicht alle Katzen sind sozial und gesellig und freuen sich über den "armen geretteten" Streunerkater an ihrem Napf. Als Reaktion mit Harn zu markieren ist dann nur eine logische Konsequenz - für Ihre Katze! Und ob Sie diese Geister, die Sie da auf den Plan riefen, wieder loswerden können ...?

Bevor Sie eine solche herrenlose Katze aufnehmen, gilt es daher einiges zu bedenken:

o          Gesundheits-Check: Streunerkatzen sind durch ihre Lebensweise oft Träger und Ausscheider des felinen Leukosevirus (FeLV), des felinen Immunschwächevirus (FIV) oder von Katzenschnupfenviren. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung mit Virustests ist wichtig, bevor Sie Ihre eigene(n) Katze(n) einem unnötigen Risiko aussetzen.

o          Wie gross ist Ihr derzeitiger Bestand? Immer wieder neue "arme" Katzen aufzunehmen und zu sammeln ist maximaler Stress für alle beteiligten Katzen! Ich finde es besser, eine kleine stabile Gruppe von Katzen gut zu versorgen als eine unüberschaubare Katzenhorde auf engem Raum mehr schlecht als recht zu pflegen. Katzen sind immer noch selbständig genug, um sich mit ganz wenig oder ohne menschliche Unterstützung allein durchs Leben zu schlagen.

o          Passen die Katzen in ihrer Persönlichkeit zusammen? Gerade verwilderte Katzen, und da vor allem Kater, haben oft ein enormes Selbstbewusstsein. Über kurz oder lang beginnt dann der Neuzugang Ihre eigene(n) Katze(n) zu bedrängen, zu bedrohen oder sogar zu attackieren. Bis zum chronischen Angstproblem mit Harnmarkieren und Unsauberkeit dauert es nun nicht mehr lange.

o          Wenn sich die beiden Katzen mögen oder sich ihr Leben zumindest tolerant nebeneinander einrichten können, spricht nichts gegen die Aufnahme einer Streunerkatze.

o          Für die reine Wohnungshaltung sind ehemalige Streunerkatzen in der Regel nicht geeignet!

 

Sie sehen - es ist keine leichte Entscheidung.

Einerseits wollten Sie einer "armen" Katze helfen und andererseits haben Sie sich dadurch möglicherweise noch mehr Kummer geschaffen und am Ende sind nicht nur die Katzen sondern auch Sie unglücklich.

Im Allgemeinen ist es am sinnvollsten, freilebende Katzen durch Kastration, medizinische Versorgung (falls erforderlich), Fütterung an bestimmten Plätzen (nicht im eigenen Katzenhaushalt!) und gegebenenfalls kleine Unterkünfte (Boxen, Kisten, Zugang zu Gartenhaus, Scheune, etc.) zu unterstützen, aber an ihrer freien Lebensweise nichts zu ändern.

 

Sind sie doch der Meinung eine Streunende Katze bei sich zuhause aufzunehmen, sorgen sie dafür das sie mit allem wichtigen versorgt wird.