Oregon in Bildern III

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Mt. Jefferson

Nach einer ruhigen Nacht am South Mathieu Lake gibt es eine weitere ausgedehnte Lava-Etappe. Mt. Washington kommt langsam näher und der Weg führt auf Lavagestein durch Waldbrandgebiet. Gegen Mittag erreiche ich das Big Lake Youth Camp – ein religiös geführtes Jugendlager, in dem auch Hiker als Tagesgäste willkommen sind. Der Empfang ist freundlich, es stehen Dusche, Waschmaschine und ein schattiger Sitzplatz vor dem Büro mit W-Lan zur Verfügung.

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Mitten durch die Lavafelder

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Morgendlicher Ausblick zurück Richtung Old Sister

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Water Cache am Santiam Pass

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Der einzige Farbtupfer inmitten eines grauen Lavameeres

Es gibt gemütliche Unterhaltung mit anderen Hikern, Austausch von Futter, das man schon nicht mehr sehen kann und das vom anderen sieht immer viel verlockender aus!
HIer treffe ich auch Lint, der die Triple Crown (also alle 3 grossen Wanderwege in den USA) inzwischen dreimal gegangen ist. Seine Beine sind mit dem Logo und dem Wegverlauf aller seiner Wanderungen tätowiert.

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You want to see Canada? 😉

Am späteren Nachmittag breche ich auf und schaffe es noch 5 Meilen bis auf die andere Seite des Highways 20 der über den Santiam Pass führt. Mit Mühe finde ich in der Dämmerung einen staubigen Schlafplatz zwischen den verbrannten Stämmen.

Es geht Richtung Three Fingered Jack – eindrucksvolle Felszacken bestimmen neben dem trüben Wetter die Aussicht. Es ist noch warm, aber die Aussicht zu den Sisters ist mit tiefen Wolken verhangen. Eine Kaltfront ist im Anzug.
Nach einer ausgedehnten Pause am Rock Pile Lake peile ich Shale Lake als mein Tagesziel an, aber hier gefällt es mir nicht – windig, kühl und wenig einladend, also gehe ich weiter und hoffe neben dem von den Gletschern des Mt. Jeffferson kommenden Milk Creek einen Lagerplatz zu finden. In der Früh sollte der Gletscherbach auch leichter zu queren sein.
Beim Lagerplatz ist nur der Gletscherfluss berauschend, aber wenigstens eben und nicht windig ist es hier. In der letzten Abendsonne sieht alles schon ziemlich herbstlich aus.

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Blick zurück zum Mt. Washington in der Abendsonne

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Einer der kleineren Vulkane

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Three Fingered Jack

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Auch das ist noch eindeutig eine PCT-Markierung

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Endlose Waldbrandgebiete

In der Früh ist es noch trüber, feucht und kühl. Der erste Gletscherfluss Milk Creek ist leicht und beinahe trockenen Fusses zu queren. Als meine Socken gerade wieder trocken sind, steht die nächste – und diesmal anspruchsvollere Flussquerung an – Russel Creek. Nach einer kleinen Frühstückspause und Betrachten der besten Stelle wage ich mich ins eisig kalte schnell strömende Wasser. Die ersten drei Schritte gehen gut, aber beim nächsten Schritt wird es immer tiefer und tiefer und als ich das Wasser am Oberschenkel bis zur Unterkante meiner Hose habe, beschliesse ich umzudrehen. Im trüben und stürmischen Gletscherwasser ist kein Boden zu sehen und der Wasserdruck ist mir zuviel. Am Rückweg verliere ich kurz das Gleichgewicht, kann mich aber an einem grossen Felsen gerade noch anhalten und … stehe immer noch auf der falschen Seite des Flusses. Kurze Pause der Verzweiflung und Suche nach einer neuen Furtstelle: im zweiten Anlauf schaffe ich es gut auf die andere Seite, aber meine Beine sind nach zweimal Eiswasser sehr gut gekühlt.

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Blick zurück auf die heute Tagesetappe zu Three Fingered Jack

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Und was noch kommt: Mt. Jefferson

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Es sieht schon herbstlich aus

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Kurzer sonniger Ausblick von meinem Lagerplatz auf Mt. Jefferson

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Russel Creek – sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus …

Erst nach einer Stunde sind meine Füsse wieder einigermassen zufrieden und nicht mehr kalt und taub. Es geht durch Mt. Jefferson Wilderness und State Park, aber der Gipfel des Mt. Jefferson hüllt sich hartnäckig in Wolken, der Tag bleibt trüb, kühl und feucht.
Beim Abstieg Richtung Olallie Lake sind einige grosse Schneefelder zu queren. Nach einer kurzen Pause am Ressort schlage ich mein Lager einige Meilen später auf – vom kühlen Wetter demotiviert und angeschlagen. Doch ein Niesel-Nachmittag unter dem Dach vom Skyscape in meinem warmen Daunenquilt mit Lesen, Essen, Teetrinken und Schlafen wirkt Wunder und ich fühle mich wieder ausgerastet und frisch.

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Leuchtende Farbtupfer in der Landschaft

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Ganz kurz zeigt sich Mt. Jefferson

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Passhöhe

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Man hätte auch ganz schnell runterrutschen können …

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Pika – die kleinen lustigen Pfeifhasen

Nach einem gemütlichen Frühstück bin ich erst nach 10:00 wieder unterwegs und es sieht aus als würde die Sonne heute wieder kommen.
Am Warm Water River in der Warm Springs Indian Reservation mache ich eine lange Pause – leider ist nichts mit warmem Wasser – ode rnur im Vergleich zum Gletscherfluss.
Das nächste High Light ist der Little Crater Lake etwas abseits vom Trail, wo ich mein von letzter Nacht durchnässtes Zelt und Quilt in der Sonne trockne.
Nach zwei Highwayquerungen geht es Richtung Timberline Lodge am Mt. Hood. Das Frühstückbuffet in der Lodge ist legendär am Trail und ich teile meinen Weg so ein, dass ich zeitgerecht zum Frühstück am Berg bin.

in den Blockfeldern wohnen zahlreiche Pikas, Pfeifhasen, die wie Meerschweinchen mit grossen Ohren und Schwanz aussehen. Beim Annähern geben sie Warnpfiffe ab und verschwinden in ihren Schlupflöchern unter den Felsblöcken, wo sie weiterpfeifen. Doch ihre Neugier ist auch gross und nach kurzer Zeit tauchen sie wieder auf und dann kann ich sie auch fotografieren, wenn ich alles bereits habe und mich nicht bewege.

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Feuer hinterlässt auch schöne Spuren

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Und noch einen hab ich ausgetrickst

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Das tägliche Bild des Waldes

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Quelle mit hervorragendem Wasser

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Stimmt immer!

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Eintönige Abschnitte

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Little Crater Lake – ein artesischer Brunnen

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Es scheint wieder die Sonne!

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Mt. Hood – noch eine gute Tagesetappe entfernt

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