Auf dem Weg zum Grossen Weissen … und zurück (I)

Grönland: Ein Arctic Circle Trail Jojo zu Fuss und mit dem Packraft

Eisfjord

23.7. Abreise zu Fuss von zu Hause zum Bahnhof – so beginnt ein schöner Wanderurlaub! Um 1400 geht der Zug und ich habe genug Zeit am Flughafen noch meinen sensiblen und randvoll gepackten GG Mariposa Rucksack mit einem stabilen blauen Müllsack zu schützen. Das Alpacka Packraft ist mit der gesamten Ausrüstung und dem ganzen Futter im Rucksack verstaut, nur das vierteilige Paddel, die Stöcke und die Angelrute sind aussen in den Packtaschen. Noch schnell ein paar Euro in dänische Kronen eingetauscht (obwohl das sowohl in Ilulissat, Sisimiut und Kangerlussuaq mit ausreichend Bankomaten grundsätzlich kein Problem ist).

Der Flug geht pünktlich ab nach Kopenhagen und vom Flughafen fahre ich mit der Metro zur Jugendherberge auf der Amager Halbinsel. Die Ticketautomaten nehmen nur Münzen oder Kreditkarte (in Dänemark beinahe grundsätzlich nur mehr mit PIN!) – der Automat weist meine PIN ab (den ich unmittelbar vor der Abfahrt noch an der heimischen Bank getestet habe) und ich muss erst einmal Kleingeld organisieren. Ich fahre etwas umständlich erst mit der einen Metro M2 und steige dann in die M1 um, mit der ich wieder zurück auf die Amager komme, wo auch der Flughafen ist. Das eigentlich nur, weil ich nicht wusste, dass für alle innerstädtischen Fahrten (einschl. Zug) dasselbe Ticket gilt.
Von der Metrostation geht es ungefähr einen Kilometer zu Fuss zur Jugendherberge – um 2000 bin ich da und bekomme mein Bett. Das ist ein riesiger Laden und ein ständiges Kommen und Gehen, in den frühen Morgenstunden schreit ein Kleinkind auf dem Gang wie am Spiess und beginnt immer wieder von Neuem, nachdem es offensichtlich hingefallen ist.

24.7. Gegen 0600 mache ich mich wieder auf die Socken, die Rezeption öffnet gerade zum Aus-Checken und ich habe genügend Kleingeld um diesmal wesentlich schneller mit Metro und Zug zum Lufthavn zu kommen. Leider gibt es keinen Fensterplatz mehr und für den Weiterflug nach Ilulissat in der kleinen Propellermaschine gibt es sowieso freie Platzwahl. Wir stehen beinahe eine Stunde am Gate in Kopenhagen, weil sich die Ladeklappen am einzigen Airbus der Air Greenland offenbar nicht ordnungsgemäss schliessen lassen – ich weiss noch nicht genau, ob ich das vertrauenserweckend finden soll. Aber schliesslich geht es los und es sind recht kurzweilige 4,5 Stunden.
In Kangerlussuaq herrscht im Flughafen eine beinahe entspannte Wohnzimmeratmosphäre – bei meinem Rückflug gut 5 Wochen später verstehe ich dann warum …

Der Flug mit der kleinen roten Dash 7 nach Ilulissat hat auch gut eine Stunde Verspätung – aber ich habe ab jetzt ja viel Zeit und stelle mich einmal auf „Greenland-Time“ ein – im realen zeitlichen Sinne ist es 4 Stunden früher als zuhause und im übertragenen Sinne hat man hier nicht nur viel Weite in der Landschaft sondern auch in der Zeit. Ich unterhalte mich noch derweilen mit Birgitta, die sich ihren Wunschtraum erfüllt hat und in Grönland als Lehrerin arbeitet. Schliesslich trifft der Flieger aus Ilulissat ein und ist bald wieder bereit für den Rückflug. Alle sitzen in der Maschine – ich habe einen Fensterplatz erwischt – und warten auf den Piloten. Der schlendert dann auch noch lässig mit Kaffeebecher daher und begrüsst uns alle persönlich mit einer Entschuldigung für die Verspätung – er konnte wegen Schlechtwetters nicht früher weg und zieht jetzt die Verspätungen die ganzen Tag mit, obwohl er ja immer full speed fliege. Er würde auch noch versuchen uns einen möglichst scenic flight in Sachen Wetter zu organisieren – und verschwindet in seinem Cockpit. Gleich nach dem Start macht er die Tür wieder auf. Ein Propeller nach dem anderen wird gestartet und ab geht’s – in die Wolkendecke! Nach 45 min gibt es wenigstens im Landeanflug auf Ilulissat ein bisschen freie Sicht auf die vielen riesigen Eisberge, die es über die Stufe geschafft haben und aus dem Fjord schon aufs freie Meer hinausgetrieben sind.
Mein Rucksack ist unversehrt und innerhalb weniger Minuten mit den paar anderen Gepäckstücken da. Den blauen Müllsack entsorge ich aus Gewichtsgründen – ich möchte ihn nicht die nächsten 5 Wochen mit mir herumtragen.
Direkt vom Flughafen geht es in … die Landschaft. Am kleinen Fjord neben dem Flughafen setze ich mich erst einmal auf einen Stein und versuche anzukommen. Das schnelle Reisen mit dem Flugzeug (oder Zug oder Auto) lässt mich in den ersten Stunden oder manchmal sogar Tagen oft etwas „verloren“ und „zerbröselt“ oder unvollständig fühlen. Also sitze ich einmal ein bisschen herum, bestaune die Mini-Eisberge im Mini-Fjord obwohl es nicht so ganz warm ist. Dann packe ich den Rucksack um: das Boot kommt aussen oben unter den Y-Gurt, die Stöcke aus den Rohr-Mittelteilen (wo sie verstaut waren) des Paddels in meine Hände.

Fertig gepackt und abmarschbereit

Und dann gehe ich los … ziemlich schwer mein Rucksack, so an die 14-15kg mit all dem vorbereiteten Futter für viele Tage. Auf der Strasse und dann ein kurzes Stück auf dem orange markierten Wanderweg der in der entgegengesetzten Richtung nach Rodebay führt. Obwohl ich schon viele Bilder aus Reiseberichten gesehen habe ist es doch etwas ganz anderes wenn man die vielen kleinen (und grossen) bunten Häuser auf einem Haufen sieht.

Legostein-Stadt Ilulissat

Im kleinen Hafen treiben die tauenden Eisberge zwischen den Booten.

Der grosse Parkplatz von Ilulissat

Ich spaziere eine kleine Runde durch Ilulissat und lasse den ruhigen Samstagnachmittag im Ort auf mich wirken. Die Kirche, bunte Reihenhaussiedlungen auf blankem Fels gebaut, der Friedhof. Ein Katze – ja, es gibt auch Katzen in Grönland (und sehr viele davon sind reine Wohnungskatzen!) – lauert immer wieder einer Schneeammer auf und erwischt sie natürlich nicht.
Ich muss nichts Dringendes einkaufen – nur Spiritus, den ich als BackUp für meinen BushBuddy Holzofen brauchen könnte – aber da es Samstag später Nachmittag ist gehe ich nicht davon aus, etwas zu bekommen und halte auch gar nicht Ausschau.

Bunte Reihenhaussiedlungen

Einkaufen: In Ilulissat kann man allerdings täglich, auch Sonntag, von 0900 – 1900 im grossen Pissifik Supermarkt einkaufen gehen. Es gibt eigentlich alles, nur Bier (und anderen Alkohol) gibt es ab 1800 und übers ganze Wochenende nicht!

Auf dem Weg zur Campsite schaue ich drei Kindern beim Füttern der Hunde und Spielen mit den Welpen zu. Die lassen sich wie kleine Fetzenpuppen ganz entspannt herumtragen – perfekt sozialisiert! Ich mache ein paar Bilder und schenke ihnen die drei schön sortierten Buntstiftpakete die ich dabei habe. Passt ja super – es gibt für jeden eines und ich brauche sie nicht mehr mitzutragen.

Perfekte Sozilisation für Welpen

Die Campsite finde ich jetzt nicht so berauschend – es ist laut und es stinkt allüberall ziemlich intensiv nach Hundekot und –harn. Also wandere ich einfach weiter auf dem Boardwalk Richtung Eisfjord – ich bin schon beinahe ungeduldig hinauszukommen aus der Stadt. Der erste Anblick ist richtig beeindruckend. Die Sonne hat sich durch die Wolkendecke durchgearbeitet und die Eisberge leuchten, ja strahlen in ihrem Weiss zwischen dem Grün und Grau der restlichen Landschaft.

Eisberge im Fjord

Ich gewöhne mich ans Gelände und wandere staunend am Eisfjord entlang bis ich gegen 1800 und mit dem Jetlag doch ziemlich müde werde und mir einen Platz für mein Tarp suche. Der ist schnell gefunden, natürlich mit direkter Aussicht auf den Eisfjord – und inzwischen bin ich auch ein gutes Stück von der Stadt weg, aber immer noch im UNESCO-Gebiet, wo man nur für eine Nacht an einem Platz biwakieren darf. Kontrolliert aber ohnehin niemand (und wenn dann nur von Mo-Fr 1000 – 1600).
Von einem der kleinen Seen hole ich mir Wasser und kleines Holz für den BushBuddy liegt überall herum.

Mein erster Biwakplatz

Abendstimmung über dem Fjord

Es geht ein bisschen Wind, aber die Sonne steht noch hoch am Himmel und es ist warm. Als Abendessen gibt es eine Suppe und die Reste aus dem Flieger. Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein krieche in meinen Schlafsack, ziehe meinen Merino Buff über die Augen und schlafe fast sofort ein. Es ist die letzte Nacht mit Mitternachtssonne in Ilulissat und wann immer ich nachts aufwache leuchtet das Eis in hellem Sonnenschein.

Kurz vor Mitternacht - immer noch strahlend hell!

Erst um 0500, es ist Sonntag früh, sehe ich statt des Eises … zwei Beine vor meinem Tarp …

25.7.

Erst als mein Blick etwas höher wandert stelle ich fest, dass ein vermutlich testosteronberauschter, hingebungsvoll mit seinem Handjob befasster Jüngling mir die Aussicht verstellt. Wahrscheinlich ist das ein spezielles touristisches Feature zur Begrüssung von Single-Frauen in Grönland. Aber der Polizist in Ilulissat, dem ich eine Woche später davon erzähle, meint nur: No, you have to pay extra for this.

Jedenfalls bleibt mir – in der Unterwäsche im Schlafsack – nicht viel anderes übrig als den jungen Grönländer aufzufordern, zu gehen, was er dann bei der zweiten, etwas schärferen Aufforderung auch tut. Ich schlafe wieder ein und als ich nach 0730 wieder aufstehe ist er weg. So früh bin ich hier dann auch das letzte Mal aufgestanden. Ausserdem ist es ja egal, weil rund um die Uhr hell.

Auf dem BushBuddy ist das Wasser schnell heiss, es gibt Tee und Porridge. Dann wandere ich locker und frohgemut auf dem noch markierten blauen Trail am Eisfjord entlang. Mein Plan ist am Fjord entlang bis zum See Nalluarsuup Tasia zu gehen und dann über die Berge und die Schlucht an die andere Küstenseite der kleinen Halbinsel. Ich habe ja nicht die geringste Ahnung welche Etappen ich hier pro Tag  in diesem unbekannten und neuen Terrain zurücklegen kann.

Irgendwann verliert sich ein manchmal noch sichtbarer Hauch von Trail und es sieht alles gleich aus. Auf der Karte eingezeichnete Routen sind nur Vorschläge wie man gehen könnte – Weg gibt es da keinen. Um 1100 mache ich eine längere Mittagspause an einem kleinen See, liege in der Sonne. Es ist warm so lange der Wind nicht geht, die Mücken sind erträglich, es gibt bisher keine Moskitos.

Mittagspause

Beim Weitergehen bekomme ich eine erste Krise – ich finde zwar einzelne Steinmännchen, von denen ich annehme, dass sie einen Weg markieren aber so ganz sicher bin ich mir da nicht – vielleicht stehen sie auch einfach nur so herum? Aus unseren Breiten auf Karten im 1:25.000/50.000 Massstab geeicht, bin ich an diesem Punkt völlig ausserstande eine Standortbestimmung auf der grönländischen 1:100.000 Karte durchzuführen. Ich gehe auf eine Anhöhe, um bessere Aussicht zu haben – alles um mich herum sieht gleich aus, alles ist ziemlich gleich hoch … ich habe nicht den blassesten Schimmer wo ich bin.

Wo bin ich?

So im Groben natürlich schon, weil ich ja sicher weiss, dass ich die Insel nicht verlassen habe und der Eisfjord ist ja unübersehbar, aber ich würde gerne einen Punkt auf der Karte mit meinem Standort in Übereinstimmung bringen.

Mit Futter für zwei Wochen und ausreichend Wasser um mich herum, einem warmen Schlafsack und stabilem Wetter gibt es eigentlich keine wirklichen Probleme – die mache ich mir nur im Kopf!

Also das GPS ausgepackt und die Koordinaten auf die Karte übertragen. Ich bin natürlich ganz woanders als ich dachte – viel weniger weit vor allem. Na gut. Mit dem Kompass peile ich mein nächstes Ziel – eine Jagdhütte am Fjord an – und gehe ab nun einfach direkt in diese Richtung. So schön langsam gewöhne ich mich an diese für mich völlig neue Art des Wanderns: ich habe nur eine Richtung, in die ich will und den Rest gibt das Gelände vor. Am Anfang finde ich das noch etwas stressig. Immer wieder bleibe ich an einem erhöhten Punkt stehen und suche mir in der weiten Landschaft einen sinnvollen und gangbaren Weg aus, der mit meiner Richtung kompatibel ist.

Es ist Hochsommer!

Einer der eher seltenen Fotomomente

Das Gelände an und für sich ist nicht besonders anspruchsvoll, die Felsen sind glatt und super griffig, es gibt keine wirklichen Höhenmeter zu überwinden, keine schwierigen Hindernisse.

Ich mache noch einmal eine längere Pause, mit Tee und Mittagessen. Bald darauf treffe ich auf den Wintertrail – erkennbar an dem vielen Müll, dem toten Hund und den Spuren auf dem sensiblen Untergrund. Und da steht sie die Jagdhütte, privat und rundherum auch vermüllt wie alle weiteren Hütten die ich in Grönland sehen werde.

Die Jagdhütte am Fjord

Schneehase

Ich mache eine neue Peilung gehe Richtung Norden in die Berge. Ich weiss wieder einmal nicht so ganz genau wo ich bin, also richte ich mir gegen 1800 an einem schönen See mein Lager ein. Die Sonne scheint und da hat es angenehme 30°. Zum Abendessen gibt es Gemüserisotto (natürlich mit Olivenöl und frischem Parmesan dazu). Ich geniesse die Sonne und erfahre eine völlig neue Dimension des Alleinseins: Ich bin nicht nur im Moment alleine, sondern es gibt rund um mich herum auch nicht den geringsten Hinweis auf die Menschheit. Absolute atemberaubende Stille, keine Kondensstreifen am Himmel, keinen Weg und nicht einmal Fussspuren ausser meinen eigenen, nichts.

Perfekter Biwakplatz

Nach ein bisschen Lesen, auf dem Schlafsack liegend, gehe ich bei strahlendem Sonnenschein schlafen und erst gegen 2100 wird es so kühl, dass ich in den Schlafsack krieche.

Gemütlich in der Abendsonne

26.7.

Ich habe gut geschlafen, es war kuschelig warm, nur ein bisschen rutschig. Ich lasse mir Zeit mit dem Aufstehen und frühstücke lange. Das Tarp ist ein bisschen feucht vom Kondens, es war eine der seltenen völlig windstillen Nächte.

Mit dem GPS mache ich wieder eine Standortbestimmung – und irgendwie kann ich das, was mir die Technik sagt, was ich auf der Karte und in der Natur sehe nicht wirklich in Einklang bringen. Ist aber nicht so wichtig – ich peile mein nächstes Ziel mit dem Kompass an und füge mich beim Gehen in die Gegebenheiten der Landschaft ein. Es geht durch Sumpf, über und zwischen den tussocks, diesen charakteristischen Grasbüscheln der Tundra und über vom Eis glatt geschliffene Felsen, die im trockenen Zustand unglaublich guten Halt geben und den wunderbarsten Untergrund zum Gehen bieten.

Schön langsam bekomme ich ein Feeling für die Landschaft, wie ich mich darin bewegen kann – und wo es unbequem und mühsam zu gehen ist. Am frühen Nachmittag sehe ich dann tatsächlich mein erstes Ziel, den Nalluarsuup Tasia unter mir liegen! Ich bin mächtig stolz auf mich – es ist das erste Mal, dass ich mich mit reiner Kompasspeilung durchs Gelände bewege.

Perfekte Peilung - ich krieg das Grinsen gar nicht mehr weg!

Gefährlicher Untergrund: sumpfig, weich, löchrig

Es gibt eine gemütliche Mittagspause an einem kleinen See – wie immer finde ich genug Holz, kleine Äste, usw um mir mit dem BushBuddy einen Tee zu machen. Ein letzter Blick auf den Eisfjord.

Ein letzter Blick auf den Eisfjord

Dann folgt ein Abstieg von 350 HM und schon von oben habe ich beschlossen, dass ich nicht die Runde um den See gehen, sondern mein Packraft für den direkten Weg über den See auspacken werde.

Meine erste Paddelstrecke mit dem Packraft

In wenigen Minuten bin ich startklar – mir zittern beinahe die Knie als ich zum ersten Mal in Grönland ins Boot steige – aber in zehn Minuten bin ich schon auf der anderen Seite. Nur beim Aussteigen und Bootrausheben rutsche ich auf einem Stein aus und bin bis über das rechte Knie nass.

Bereit - mir zittern ein wenig die Knie - aber Don't panic!

Ab jetzt ist der weitere Weg durch das Tal klar und nicht mehr die grossräumige Navigation sondern jeder einzelne Schritt die grosse Herausforderung, sozusagen die Mikro-Navigation.  Der Weg ist klar – in die Schlucht hinunter und bis zum See.

Da gehts hinunter und dann bis zum See

Anspruchsvoller Abstieg in die Schlucht

Und der Blick zurück nach oben

Felskletterei

Das Gelände wird mit den grossen Felsblöcken richtig anspruchsvoll und jeder Schritt muss extra gewählt und richtig entschieden werden. Nach einigem Suchen und Überlegen finde ich einen Weg zwischen den Felsblöcken bis auf den Grund der Schlucht. Auch dort geht es anspruchsvoll weiter – schon mit meinem 14kg Rucksack muss ich mich bei den Kletterpartien über die Felsen sehr um meine Balance bemühen – mit mehr Gewicht macht das dann von der erhöhten Gefahr abgesehen, ganz bestimmt keinen Spass. In der Ebene kommt feiner und grober Schutt und dann gelegentlich feucht bis zum See.

Blick zurück an den Anfang der Schlucht

Ab der Mitte des Sees beginnt auch hier wieder die Kletterei über meterhohe Felsen und irgendwann reicht es mir! Wozu habe ich ein Boot dabei? An einer Stelle mit genug Platz blase ich mein Packraft zum zweiten Mal an diesem Tag auf und paddle die letzten 150m bis ans Ende des Sees. Mühelos komme ich an all diesen gefährlichen Felsblöcken vorbei über die ich gewiss noch eine halbe Stunde meinen Weg gesucht hätte.

Kurze Paddelstrecke - aber das musste sein!

Blick zurück in das Tal aus dem ich komme

Bevor es in den zweiten Teil der Schlucht geht beschliesse ich wieder in die Berge hinaufzugehen und mir die Fortsetzung der Felsblock-Kletterei zu sparen. Schon bald habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich auf das offene Meer der Diskobucht und die vielen Eisberge sehe.

Die Sonne scheint noch, aber es wird zunehmend bedeckt und so richte ich mir auf rund 130m ein Camp in einer wunderschönen Stufenlandschaft mit Blick aufs Meer ein. Es gibt viele ebene, aber sumpfige Stellen, wenig Holz und in einiger Entfernung auch gutes Wasser. Das Packraft darf heute also auch noch als Groundsheet weitermachen. Zum Abendessen gibt es Putencurry mit Spätzle, exzellent! Bald nach dem Einschlafen beginnt es für eine Zeitlang zu regnen.

Sumpfiger, aber weicher Lagerplatz

Abendessen kochen

Die Steine liegen noch so herum, wie sie der Gletscher hinterlassen hat

Teil 2

Ein Kommentar

  1. Der Bericht wie immer großartig !!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

zwanzig + sechzehn =

CAPTCHA *